Balkon mit Quarzitplatten in Königswinter nach der Heißwasserreinigung
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Ratgeber

Naturstein draußen pflegen: was jeder Stein braucht und verträgt

Auf den ersten Blick wirken alle Natursteine robust. Draußen verhalten sie sich aber sehr unterschiedlich, und wer seinen Stein richtig reinigen und pflegen will, sollte wissen, welcher vor ihm liegt.

Naturstein draußen bekommt Regen, Frost, Laub und Sonne ab, und jede Sorte reagiert darauf anders. Sandstein saugt Wasser auf, Travertin verträgt keine Säure, Granit steckt fast alles weg, hat aber eigene Schwächen. Wer die Eigenheiten seines Steins kennt, kann ihn mit wenig Aufwand richtig pflegen und vermeidet Schäden, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.

Seit 2006 reinigt PowerClean Hauer Außenflächen, darunter viel Naturstein, von Polygonalplatten im Hauszugang bis zur Sandsteinmauer. Hier fasst Franz Hauer zusammen, was jeder Stein braucht und verträgt.

Die Grundregel: pH-neutral, sanft und regelmäßig

Für fast alle Natursteine draußen gilt dieselbe Grundpflege. Regelmäßig fegen, Laub nicht wochenlang liegen lassen, und bei Bedarf mit Wasser, einem pH-neutralen Steinreiniger und einem Schrubber mit Kunststoffborsten arbeiten. Laub enthält Gerbstoffe, die auf hellem Stein braune Flecken hinterlassen, und es hält die Fläche feucht.

Pflanzkübel stellen Sie am besten auf kleine Füße, damit darunter Luft zirkuliert und keine Ränder entstehen. Im Winter sind Sand oder Splitt schonender als Streusalz, das in poröse Steine einziehen und sie von innen schädigen kann.

Woran Sie erkennen, welcher Stein bei Ihnen liegt

Oft hilft schon ein Blick in alte Unterlagen vom Bau oder eine Nachfrage beim Händler, der die Platten geliefert hat. Ein einfacher Test zeigt außerdem, wie saugfähig der Stein ist: Geben Sie ein paar Tropfen Wasser auf eine trockene Stelle. Dunkelt der Stein sofort nach und zieht das Wasser ein, ist er porös und braucht eine besonders sanfte Behandlung. Bleibt der Tropfen stehen, ist der Stein dicht oder bereits imprägniert.

Hauszugang mit hellen Polygonalplatten in Bonn nach der Heißwasserreinigung durch PowerClean HauerHauszugang mit hellen Polygonalplatten in Bonn vor der Reinigung
Hauszugang mit hellen Polygonalplatten in Bonn. Regler nach links ziehen für nachher, nach rechts für vorher.

Weiche und kalkhaltige Steine: Sandstein, Travertin, Kalkstein

Sandstein: porös und empfindlich gegen harten Strahl

Sandstein besteht aus verkitteten Sandkörnern. Er nimmt viel Wasser auf, wird deshalb schnell grün und bekommt im Schatten gern Flechten. Ein harter Hochdruckstrahl kann die Körner aus der Oberfläche lösen, der Stein wird rau und verschmutzt danach noch schneller. Ob Sandstein säureempfindlich ist, hängt vom Bindemittel ab, das man ihm nicht ansieht. Behandeln Sie ihn deshalb sicherheitshalber wie einen kalkhaltigen Stein.

Travertin: Poren, die Schmutz sammeln

Travertin ist ein Kalkstein mit typischen Poren und Löchern. Genau dort setzen sich Schmutz, Erde und Moos fest. Säure greift ihn sofort an, schon Essig, Zitronensaft oder verschütteter Wein können matte Flecken hinterlassen. Für die Reinigung reichen ein pH-neutrales Mittel und eine Bürste, die in die Poren kommt.

Kalkstein: matt statt sauber durch Säure

Heller Kalkstein wirkt edel und zeigt jeden Fleck. Wie Travertin verträgt er keine Säure, auch keine sauren Zementschleierentferner oder Rostentferner. Je nach Sorte ist er außerdem frostempfindlich. Auf Treppen und Mauerabdeckungen, wo Wasser lange steht, zeigt sich das zuerst an abgeplatzten Kanten.

Harte Steine: Quarzit, Granit, Porphyr, Basalt

Quarzit: hart, aber geschichtet

Quarzit ist sehr hart und verträgt Säure meist gut. Viele Quarzitplatten sind jedoch geschichtet und spaltrau. Ein Wasserstrahl, der direkt auf eine Kante zielt, kann dünne Schichten anheben. Die Schwachstelle sind oft die Fugen, nicht der Stein. Auf Balkonen und Terrassen aus Quarzit lohnt es sich, die Fugen regelmäßig anzusehen.

Balkon mit Quarzitplatten in Königswinter nach der Heißwasserreinigung durch PowerClean HauerBalkon mit Quarzitplatten in Königswinter vor der Reinigung
Balkon mit Quarzitplatten in Königswinter. Regler nach links ziehen für nachher, nach rechts für vorher.

Granit: robust, mit Ausnahmen

Granit ist dicht, hart und verzeiht viel. Helle Sorten nehmen trotzdem Fett und Öl auf, und manche Granite enthalten Eisen, das an der Oberfläche als Rostpunkte erscheint. Wie man damit umgeht, beschreibt unser Ratgeber zu Rostflecken auf Stein.

Porphyr: unempfindlich, aber rau

Porphyr ist ein vulkanisches Gestein in Rot, Violett oder Grau, oft als Pflaster oder Polygonalplatten verlegt. Er ist sehr widerstandsfähig. Seine raue, spaltraue Oberfläche hält Schmutz aber gut fest, eine Bürste bringt hier mehr als bloßes Abspülen.

Basalt: dicht und dunkel

Basalt ist dunkel, sehr dicht und hart. Auf ihm fallen helle Kalkränder von Gießwasser und Schmutzschleier stärker auf als auf hellem Stein. Nicht verwechseln sollte man ihn mit Basaltlava, die deutlich poröser ist. Bei Mosaikpflaster aus Basalt und Marmor richtet sich die Pflege nach dem empfindlicheren Stein, also nach dem Marmor.

Was Sie auf Naturstein vermeiden sollten

  • Essig, Zitronensäure und saure Reiniger auf kalkhaltigen Steinen
  • Chlor und Bleichmittel, die Rückstände hinterlassen und Fugen angreifen können
  • Drahtbürsten, deren Metallabrieb selbst rostet
  • Hochdruck mit Punktdüse aus kurzer Entfernung, vor allem auf Sandstein
  • Streusalz auf porösen Steinen
  • Mittel, die nicht ausdrücklich für Ihren Stein geeignet sind, ohne Test an einer unauffälligen Stelle

Wann eine Grundreinigung durch den Fachbetrieb sinnvoll ist

Die Grundpflege hält eine Fläche lange in Ordnung. Irgendwann reicht sie nicht mehr, etwa wenn Grünbelag tief in den Poren sitzt, Flechten festgewachsen sind oder ein Weg im Schatten dauerhaft rutschig bleibt. Dann bringt eine Natursteinreinigung mit angepasstem Druck den Stein wieder auf einen Stand, den Sie mit der normalen Pflege halten können.

Wir arbeiten dabei mit heißem Wasser und Flächenreinigern, deren rotierende Düsen unter einer Haube laufen. Wie warm und mit wie viel Druck wir arbeiten, hängt vom Gestein ab: Sandstein bekommt eine sanftere Einstellung als Granit. Die Wärme holt Grünbelag und Schmutz aus den Poren, ohne dass ein harter Strahl nötig wäre. Mehr dazu auf der Seite zum Heißwasser-Verfahren für Natursteinflächen. Auf Wunsch reinigen wir vorher eine Musterfläche. Nach der Reinigung ist eine Imprägnierung möglich, die den Stein wasserabweisend macht. Ob sie sich bei Ihrer Fläche lohnt, klären wir gemeinsam.

Geschwungener Gartenweg aus Naturstein in Köln nach der Heißwasserreinigung durch PowerClean HauerGeschwungener Gartenweg aus Naturstein in Köln vor der Reinigung
Geschwungener Gartenweg aus Naturstein in Köln. Regler nach links ziehen für nachher, nach rechts für vorher.

Fazit

Je weicher und kalkhaltiger der Stein, desto sanfter muss die Pflege sein. Harte Steine wie Granit, Porphyr und Basalt vertragen mehr, sind aber auch nicht unverwüstlich. Mit pH-neutralem Reiniger, weicher Bürste und Verzicht auf Säure machen Sie bei keinem Stein etwas falsch. Wenn Sie nicht wissen, welcher Stein bei Ihnen liegt, sehen wir ihn uns gern an.

Franz Hauer, Autor dieses Ratgebers

Geschrieben von Franz Hauer

Inhaber von PowerClean Hauer

Franz Hauer reinigt seit 2006 Außenflächen im Rheinland und schreibt hier auf, was er dabei Tag für Tag lernt. Fragen zu Ihrer eigenen Fläche? Schreiben Sie ihm oder lesen Sie mehr über den Autor.

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