Nach einer gründlichen Reinigung fragen uns viele Kunden, ob sie ihr Pflaster imprägnieren sollen. Unsere ehrliche Antwort: Pflaster imprägnieren lohnt sich nicht auf jeder Fläche. Manchmal ist es eine gute Investition, manchmal verschenktes Geld. Eine Imprägnierung ist kein Pflichtprogramm, sie ist eine Option für bestimmte Steine und Situationen. Hier erklären wir bei PowerClean Hauer, wann es sich lohnt, welche Mittel es gibt und worauf Sie achten müssen.
Was eine Imprägnierung leistet und was nicht
Eine Imprägnierung dringt in die Poren des Steins ein und macht sie wasserabweisend, je nach Produkt auch öl- und fettabweisend. Wasser perlt dann ab, statt einzuziehen. Schmutz, Algen und Flecken haben es schwerer, sich festzusetzen, und die nächste Reinigung geht leichter.
Eine Imprägnierung ist aber keine Versiegelung. Sie bildet in der Regel keinen geschlossenen Film auf der Oberfläche, der Stein bleibt diffusionsoffen und sieht weitgehend aus wie vorher. Unempfindlich wird die Fläche dadurch nicht. Rotwein oder Öl sollten Sie trotzdem zügig aufnehmen, die Imprägnierung verschafft Ihnen nur Zeit.
In diesen Fällen lohnt sich das Imprägnieren
Aus unserer Praxis gibt es einige typische Situationen, in denen wir eine Imprägnierung empfehlen:
- helle, saugfähige Betonplatten und Betonpflaster, auf denen jeder Fleck sofort auffällt
- Terrassen mit Grill, Essplatz oder Pflanzkübeln, wo Fett, Getränke und Erde auf den Stein kommen
- offenporiger Naturstein wie Sandstein oder Kalkstein, der viel Wasser aufnimmt
- Einfahrten, auf denen Autos stehen und Tropfspuren hinterlassen
- schattige Flächen, die nach der Reinigung erfahrungsgemäß schnell wieder grün werden


Auf hellen Platten wie bei dieser Terrasse in Wachtberg sieht man jeden Fleck. Hier kann eine Imprägnierung nach der Reinigung helfen, den sauberen Zustand länger zu halten.
Bei dichten Steinen und losen Flächen raten wir eher ab
Sehr dichte Steine wie hart gebrannter Klinker oder dichter, geschliffener Granit nehmen kaum Wasser auf. Dort bringt eine Imprägnierung wenig, weil sie nicht eindringen kann. Überschüssiges Mittel bleibt dann auf der Oberfläche und kann Schlieren oder glänzende Stellen hinterlassen.
Wenig sinnvoll ist eine Imprägnierung auch auf Flächen, die bald saniert werden, die lose Steine oder offene Fugen haben oder die nicht richtig sauber zu bekommen sind. Wer Schmutz einimprägniert, konserviert ihn. Und auf Flächen, die selten genutzt werden und kaum verschmutzen, lohnt der Aufwand oft schlicht nicht.
Welche Arten von Imprägnierung es gibt
Hersteller wie Lithofin oder Akemi bieten eine ganze Reihe von Produkten an. Grob lassen sie sich nach drei Fragen einteilen.
Wasserbasiert oder lösemittelhaltig
Wasserbasierte Imprägnierungen sind geruchsarm und angenehmer in der Verarbeitung, gerade in der Nähe von Wohnräumen und Beeten. Lösemittelhaltige Produkte dringen bei manchen Steinen tiefer ein, riechen aber deutlich und verlangen mehr Vorsicht bei Pflanzen, Kunststoffteilen und offenen Fenstern. Welches Mittel besser ist, hängt vom Stein und vom Produkt ab, eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Mit oder ohne Farbvertiefung
Imprägnierungen ohne Farbvertiefung verändern die Optik kaum, der Stein sieht aus wie im trockenen Zustand. Produkte mit Farbvertiefung lassen den Stein dunkler und satter wirken, ähnlich wie leicht angefeuchtet. Das gefällt auf Naturstein und farbigem Pflaster oft gut, ist aber Geschmackssache und lässt sich nicht einfach rückgängig machen. Eine Probe an einer unauffälligen Stelle ist hier Pflicht.
Allgemeiner Schutz oder Fleckschutz
Allgemeine Imprägnierungen machen den Stein vor allem wasserabweisend. Fleckschutz-Imprägnierungen wirken zusätzlich gegen Öl und Fett. Für eine Grillterrasse oder eine Einfahrt ist das die bessere Wahl, für eine wenig genutzte Gartenfläche reicht oft die einfache Variante.


Das Mosaikpflaster aus Basalt und Marmor in Bonn zeigt, warum die Wahl nicht trivial ist: Auf einer Fläche liegen zwei Gesteine mit unterschiedlicher Saugfähigkeit. Das Mittel muss zu beiden passen.
Die Fläche muss sauber und trocken sein
Eine Imprägnierung ist nur so gut wie die Vorbereitung. Der Stein muss gründlich gereinigt sein, ohne Reste von Algen, Reinigern oder Zementschleier. Vor allem muss er durchgetrocknet sein, denn wo noch Wasser in den Poren steht, kann das Mittel nicht eindringen. Wir imprägnieren deshalb erst, wenn der Stein nach der Reinigung trocken ist, und auch kurz nach dem Auftragen sollte kein Regen kommen. Mehr zur Planung lesen Sie im Beitrag über die beste Jahreszeit für die Steinreinigung.
Auch die Fugen sollten vorher fertig sein. Wer nachträglich noch Fugensand einkehrt, verteilt Staub auf der frischen Imprägnierung.
Die Wirkung lässt nach, und die Rutschfestigkeit zählt
Eine Imprägnierung hält nicht ewig. Sonne, Regen, Frost, Abrieb durch Schuhe und Reifen und jede Reinigung bauen sie nach und nach ab. An stark beanspruchten Stellen wie Eingängen oder Fahrspuren lässt die Wirkung zuerst nach. Ein einfacher Test zeigt den Stand: Perlt Wasser noch ab, oder zieht es ein und der Stein wird dunkel? Nach einigen Jahren ist meist eine Auffrischung fällig.
Wichtig ist auch die Rutschfestigkeit. Eine eindringende Imprägnierung verändert die Griffigkeit meist kaum. Produkte, die einen Film auf der Oberfläche bilden, oder zu viel aufgetragenes Mittel können eine Fläche bei Nässe aber glatter machen. Auf Treppen, Rampen und Wegen zum Hauseingang achten wir deshalb besonders auf Produkt und Menge.
Selbst imprägnieren ist möglich, wenn Sie das Produkt passend zum Stein wählen, die Fläche wirklich trocken ist und Sie dünn auftragen. Pfützen und Überschuss müssen Sie abnehmen, bevor sie antrocknen. Wenn Sie das lieber uns überlassen: Auf der Seite zur Imprägnierung von Pflaster und Platten beschreiben wir, wie wir dabei vorgehen.

