Unkraut in den Fugen ist einer der häufigsten Gründe, warum Eigentümer uns anrufen. Oft ist das Unkraut aber nur das Symptom. Die eigentliche Frage ist, welches Fugenmaterial in den Fugen steckt, ob es zu Ihrem Pflaster passt und ob die Fugen überhaupt noch voll sind. Wir haben bei PowerClean Hauer seit 2006 viele Flächen neu verfugt. Hier stellen wir die gängigen Materialien im Vergleich vor und zeigen, was gegen Unkraut hilft und was nicht.
Warum Unkraut in Fugen wächst
Kaum eine Fuge bleibt so, wie sie eingebaut wurde. Regen und Reinigung spülen Sand heraus, der Wind trägt Staub, Blütenstaub und Laubreste hinein. Daraus entsteht mit der Zeit eine dünne Humusschicht, die Feuchtigkeit hält. Angewehte Samen finden dort genau das, was sie brauchen. Moos ist oft der erste Besiedler, danach folgen Gräser und Kräuter.
Je tiefer eine Fuge ausgespült ist, desto mehr Platz hat dieses Gemisch. Volle, verdichtete Fugen sind deshalb der wichtigste Schutz gegen Unkraut, egal mit welchem Material.


Die Betonplatten in Leverkusen zeigen ein typisches Bild: Das Moos sitzt vor allem in den Fugen, wo sich Feuchtigkeit und Schmutz sammeln.
Ungebundene Fugen bleiben beweglich und wasserdurchlässig
Viele Pflasterflächen und Terrassen an Wohnhäusern liegen in einem Bett aus Splitt oder Sand. In die Fuge gehört dann in der Regel auch ein ungebundenes Material, damit Belag und Fuge zusammenpassen.
Fugensand
Feiner Fugensand ist günstig, lässt sich leicht einkehren und hält Pflaster und Platten im Verbund. Er bleibt wasserdurchlässig, wird aber auch am leichtesten ausgespült, vor allem bei Starkregen und bei Reinigung mit Hochdruck. Fugensand muss deshalb regelmäßig nachgefüllt werden.
Brechsand und Splitt
Gebrochenes Material hat kantige Körner, die sich besser verzahnen als runder Sand. Dadurch bleibt es stabiler in der Fuge und wird nicht so schnell ausgewaschen. Für befahrene Einfahrten aus Betonpflaster ist Brechsand oder feiner Splitt meist die bessere Wahl als reiner Sand. Unkraut verhindert auch dieses Material nicht, es bremst es nur.
Polymersand
Polymersand ist Fugensand mit einem Bindemittel. Nach dem Einkehren wird er angefeuchtet und härtet dann aus, bleibt aber etwas elastisch. Das erschwert Ausspülen und Keimen. Wichtig ist die Verarbeitung: Die Fläche muss trocken sein, die Fuge tief genug, und Reste auf den Steinen müssen vor dem Befeuchten gründlich abgekehrt werden, sonst bleibt ein Schleier.
Gebundene Fugen sind fest, aber nicht jede passt
Kunstharz-Fugenmörtel ist fest und trotzdem wasserdurchlässig
Fugenmörtel auf Kunstharzbasis besteht aus Quarzsand, dessen Körner von einem Harz umhüllt und an den Berührungspunkten verklebt werden. Zwischen den Körnern bleiben feine Hohlräume. Deshalb ist die Fuge fest und trotzdem wasserdurchlässig, Regen kann versickern. Unkraut hat in einer solchen Fuge kaum Chancen, solange sie intakt ist und sich kein Schmutz darauf sammelt.
Das Material braucht eine ausreichende Fugenbreite und Fugentiefe und einen tragfähigen Unterbau. Auf einer Fläche, die sich setzt oder deren Steine wackeln, reißt auch Kunstharz. Wir räumen dafür die alten Fugen aus, reinigen die Fläche und verfugen dann neu.
Vorher
NachherDer Innenhof aus Kopfsteinpflaster wurde neu verfugt. Bei breiten, unregelmäßigen Fugen wie hier ist eine feste Fuge besonders sinnvoll, weil loses Material schnell herausgetreten und ausgespült wird.
Die Zementfuge ist hart, aber starr
Die klassische Zementfuge ist sehr hart, kann sich aber nicht bewegen. Sie passt zu Belägen, die in einem festen Mörtelbett auf einem gebundenen Unterbau liegen. Auf Pflaster im Splittbett ist sie eine schlechte Wahl: Der Belag bewegt sich unter Last und bei Temperaturwechseln minimal, die starre Fuge macht das nicht mit und reißt. In die Risse zieht Wasser, im Winter friert es, und in den Spalten keimt wieder Unkraut. Außerdem ist eine Zementfuge kaum wasserdurchlässig, Regen läuft also oben ab.
Welche Fuge zu welchem Belag passt
Eine Orientierung aus unserer Praxis, abhängig von Belag und Belastung:
- Terrassenplatten im Splittbett, wenig Belastung: Fugensand oder Brechsand, bei Unkrautproblemen Polymersand oder Kunstharz
- Einfahrt aus Betonpflaster, befahren: Brechsand oder Splitt; Kunstharz nur in einer befahrbaren Ausführung und bei stabilem Unterbau
- Natursteinpflaster und Kopfsteinpflaster mit breiten Fugen: Kunstharz-Fugenmörtel
- Platten im Mörtelbett auf Beton: Zementfuge oder ein dafür geeigneter Fugenmörtel
- Klinkerpflaster: meist Sand oder Brechsand, je nach Verlegeart
Das sind Richtwerte. Wie ein Belag verlegt ist, sieht man oft erst, wenn man eine Fuge öffnet. Das prüfen wir bei der Besichtigung.
Vorher
NachherDas Klinkerpflaster in Köln war stark mit Unkraut durchwachsen. Nach einer solchen Reinigung sind die Fugen offen und müssen wieder gefüllt werden, sonst beginnt alles von vorn.
Was Sie selbst gegen Unkraut tun können
Regelmäßiges Kehren, ein Fugenkratzer und frischer Fugensand, sobald die Fugen sichtbar absacken, halten viele Flächen gut in Schuss. Abflammgeräte erwischen die oberirdischen Teile, die Wurzeln überleben oft. Vorsicht mit dem Hochdruckreiniger: Er holt zwar Moos und Unkraut aus der Fuge, aber eben auch den Sand. Ohne Nachfüllen ist das Unkraut schnell zurück.
Chemische Unkrautvernichter sind keine Lösung. Pflanzenschutzmittel dürfen in Deutschland auf Wegen, Einfahrten und anderen befestigten Flächen grundsätzlich nicht ausgebracht werden, weil sie mit dem Regen in Kanalisation und Gewässer gelangen. Auch Salz oder Essig gehören dort nicht hin.
Wenn die Fugen dauerhaft halten sollen, ist Ausräumen und Neuverfugen der bessere Weg. Wie wir dabei vorgehen, beschreiben wir auf der Seite zu unseren Fugenarbeiten an Pflaster und Platten.

