Wenn ein Dach dicht mit Moos bewachsen ist, denken viele Eigentümer zuerst an eine Neueindeckung. Oft ist das voreilig. Moos ist vor allem ein Problem für den Wasserablauf und die Optik, die Dachsteine darunter können noch lange ihren Dienst tun. Manchmal zeigt eine Dachreinigung aber auch Schäden, die vorher unter dem Bewuchs verborgen waren.
PowerClean Hauer ist ein Reinigungsbetrieb, kein Dachdecker. Gerade deshalb sagen wir offen, wann eine Reinigung reicht und wann nicht. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, Ihr Dach einzuschätzen, bevor Sie Geld in die falsche Richtung ausgeben.
Was Moos auf dem Dach tatsächlich anrichtet
Moos hält Wasser wie ein Schwamm. Die Steine darunter bleiben länger nass, und im Winter kann dieses Wasser in den Poren gefrieren. Dichte Polster in den Überlappungen bremsen außerdem den Ablauf: Bei starkem Regen staut sich Wasser und kann unter die Steine laufen.
Dazu kommt der Dreck, der vom Dach in die Rinne gespült wird. Abgelöste Moosstücke verstopfen Regenrinnen und Fallrohre, das Wasser läuft dann über und an der Fassade herunter. Das sind gute Gründe für eine Reinigung. Ein Beweis dafür, dass das Dach kaputt ist, sind sie nicht.
Wann eine Reinigung reicht
Eine Reinigung ist sinnvoll, wenn die Dachhaut im Kern intakt ist. Das erkennen Sie an diesen Punkten:
- Die Steine oder Ziegel sind vollständig, ohne Risse und ohne fehlende Ecken.
- Die Oberfläche ist fest und sandet beim Darüberreiben nicht ab.
- Auf dem Dachboden gibt es keine Wasserflecken und keine feuchte Lattung.
- First, Grate und Ortgang sitzen fest.
Treffen diese Punkte zu, entfernt die Reinigung Moos und Schmutz, das Wasser läuft wieder frei ab und die Rinnen bleiben länger sauber. Wie wir dabei vorgehen, steht auf der Seite zur schonenden Dachreinigung. Bei Betondachsteinen ist die Oberfläche nach vielen Jahren oft rau geworden, Moos findet dort besseren Halt als auf glatten Tonziegeln. Das heißt nicht, dass der Stein schlecht ist. Es heißt nur, dass er schneller wieder bewächst.


Wann der Dachdecker ran muss
Manche Schäden kann keine Reinigung beheben. Bei diesen Anzeichen gehört ein Dachdecker aufs Dach, bevor überhaupt gereinigt wird.
Gebrochene und verrutschte Steine
Einzelne gebrochene Steine sind kein Grund für ein neues Dach, sie lassen sich in vielen Fällen austauschen. Sind es viele, oder rutschen ganze Reihen, weil Lattung oder Befestigung nachgeben, wird es ernster. Mit einem Fernglas sehen Sie vom Boden aus schon viel: Lücken, versetzte Reihen und Bruchstücke in der Rinne.
Frostschäden und poröse Steine
Ziegel und Betonsteine nehmen mit den Jahren mehr Wasser auf. Gefriert das Wasser in den Poren, platzen Schichten ab, Kanten bröseln, die Oberfläche wird schuppig. Solche Steine werden durch eine Reinigung nicht besser, im Gegenteil: Ein Wasserstrahl kann lose Schichten weiter lösen. Ist ein großer Teil der Fläche so geschädigt, ist eine Neueindeckung meist die ehrlichere Lösung.
Die Unterspannbahn als zweite Schicht
Unter den Steinen liegt bei vielen Dächern eine Unterspannbahn. Sie fängt Wasser und Flugschnee ab, die durch die Fugen der Eindeckung dringen. Bei älteren Häusern fehlt sie manchmal ganz, oder sie ist spröde und eingerissen. Wasserflecken an Sparren, tropfende Stellen oder muffiger Geruch im Dachboden sind Warnzeichen. Eine Reinigung macht so ein Dach nicht dichter.
Sehen wir bei der Besichtigung solche Schäden, sagen wir Ihnen das und raten zum Dachdecker. Eine Reinigung auf einem Dach, das ohnehin bald neu gedeckt wird, wäre rausgeworfenes Geld.
Was eine Dachbeschichtung kann und was nicht
Farbige Dachbeschichtungen werden gern als günstige Alternative zur Neueindeckung angeboten. Auf einem gereinigten, intakten Dach kann eine Beschichtung die Optik auffrischen und die Oberfläche eine Zeit lang glatter machen, sodass sich Moos schwerer hält.
Sie repariert aber keine gebrochenen Steine, ersetzt keine fehlende Unterspannbahn und macht ein undichtes Dach nicht dicht. Auf porösen, frostgeschädigten Steinen haftet sie zudem schlecht und blättert ab. Und wie jeder Anstrich muss sie irgendwann erneuert werden.
Wir bieten nach der Reinigung auf Wunsch eine farblose Imprägnierung für das Dach an. Sie macht die Steine wasserabweisend und kann die Zeit bis zum nächsten Bewuchs verlängern. Ihre Wirkung lässt nach einigen Jahren nach.


Sicherheit: warum das Dach kein Ort für Experimente ist
Ein nasses, bemoostes Dach ist so rutschig wie Schmierseife. Stürze vom Dach enden oft schwer, auch aus geringer Höhe. Dazu kommt: Dachsteine und Ziegel brechen, wenn man an der falschen Stelle auftritt.
Ein Hochdruckreiniger aus dem Baumarkt, von unten gegen die Überlappungen gehalten, drückt Wasser unter die Steine in Lattung und Dämmung. Auf Betonsteinen kann ein zu harter Strahl die Oberfläche zusätzlich aufrauen. Was Sie gefahrlos selbst tun können:
- Bei Regen auf den Dachboden gehen und nach feuchten Stellen suchen.
- Das Dach vom Boden aus mit dem Fernglas absuchen.
- Herabgefallene Bruchstücke und den Inhalt der Rinne ansehen.
Alles, was auf der Dachfläche passiert, gehört in Hände mit passender Ausrüstung und Absturzsicherung.
Häufige Fragen zu Dachreinigung und neuem Dach
Kann eine Dachreinigung ein undichtes Dach retten?
Nein. Wenn Wasser durchkommt, liegt das an Steinen, Anschlüssen oder der Unterspannbahn. Erst repariert der Dachdecker, dann ist eine Reinigung sinnvoll.
Muss ich nach der Reinigung beschichten oder imprägnieren?
Nein, beides ist freiwillig. Eine Imprägnierung kann den neuen Bewuchs hinauszögern, eine Beschichtung verändert vor allem die Optik.
Woran erkenne ich, ob Sie mein Dach reinigen können?
Wir sehen es uns vor Ort an und sagen Ihnen offen, ob eine Reinigung sinnvoll ist. Das Angebot bekommen Sie in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Besichtigung vereinbaren.

